Bioverfügbarkeit hin oder her

Sättige deinen Organismus jetzt mit dunklen Beeren – so frisch kriegst du Anthocyane nur in dieser Jahreszeit

Wächst nicht wild, aber in vielen Gärten: Aronia-Beere

Wächst nicht wild, aber in vielen Gärten: Aronia-Beere

Ernüchterung

Es hätte so schön sein können. Aber die Wissenschaft hat mal wieder alles verdorben. Anthocyane, Pflanzenfarbstoffe, denen man ungeheuer viele gesundheitliche Vorteile nachsagt, haben nur eine Bioverfügbarkeit von 1 %. »Die Bioverfügbarkeit ist eine pharmakologische Messgröße für den Anteil eines Wirkstoffes, der unverändert im systemischen Kreislauf (speziell im Blutkreislauf) zur Verfügung steht«, sagt Wikipedia. »Bei Arzneimitteln, die intravenös verabreicht werden, ist die Bioverfügbarkeit definitionsgemäß 100 %.» Ernährungsphysiologen* schreiben in der Ernährungsumschau (April 2002): »In vivo ist eine systemische antioxidative Wirkung wegen der geringen Bioverfügbarkeit beim Menschen fraglich. In keiner Humanstudie ist bisher eine solche Wirkung der Anthocyanine festgestellt worden, was vermutlich durch die niedrigen Plasmakonzentrationen bedingt ist.» Stimmt also nicht, was im Buch Krebszellen mögen keine Himbeeren steht? Doch, sagen zwei Doktores aus Brandenburg und verweisen auf eine Studie der American Academy of Neurology mit 130 000 Teilnehmern. Ihr zufolge verringerte sich bei hohem Anthocyankonsum das Auftreten von Parkinson im beobachteten 20-Jahres-Zeitraum um 40 % ( Quellen sind unten verlinkt).

Brombeeren aus dem Knick - stehen als heimischder Anthocyan-Lieferant an 2. Stelle

Brombeeren aus dem Knick – stehen als heimischder Anthocyan-Lieferant an 2. Stelle

Pollmerism

Etwa 250 Anthocyane sind bekannt. Als Lebensmittelzusatzstoff sind sie unter der E-Nummer 163 zugelassen. In gewohnt bolleriger Art schreibt Udo Pollmer: »Wer sie unbedingt speisen will, braucht dafür heute kein Obst und kein Gemüse mehr, da genügen auch viele bunte Süßwaren.« Nicht dass die Farbstoffe, mit denen sich die Pflanzen vor UV-Strahlung schützen, nicht intensiv beforscht würden. Das liegt aber wieder an uns, den Konsumenten: blauer Kohlrabi, blaue Kartoffeln, blaues was früher nicht blau war – YEAH, her damit! Vermutlich ist es irgendein primitives Erbe, weshalb wir auf »Neues» und »Anderes» so abfahren. Pharma- und Lebensmittelindustrie kennen den Reflex und machen reichlich Forschungsgelder locker, das gibt ein schönes Return Of Investment. Merkwürdig nur (und Symptom unseres gesellschaftlichen Zustands), dass das Verwertungsinteresse an synthetisierten Pflanzensubstanzen zum Vorwand genommen wird, die Bioverfügbarkeit auszutricksen. Hey, kauf einfach unser Konzentrat oder Pulver oder unseren pasteurisierten Extrakt und du profitierst am Ende doch noch von »natürlichen« Antioxidantien und Radikalenfängern!

Blaue Pflanzenfarbstoffe konzentrieren sich in der Schale - und schützen vor aggressivem UV-Licht

Blaue Pflanzenfarbstoffe konzentrieren sich in der Schale – und schützen vor aggressivem UV-Licht

Hallo?

Wiegen, zerteilen, analysieren, extrahieren, synthetisieren – hat es uns weiter gebracht? Wissen wir mehr, kennen wir die Zusammenhänge? Oft wünsche ich mir Forscher wie Dr. Johanna Budwig oder Fritz-Albert Popp zurück, deren Denken von der wissenschaftlichen Communitiy zeitlebens diskreditiert wurde. Beide wagten es, nicht die Chemie als überlegen anzuerkennen, sondern die Physik mit einzubeziehen: Elektronenreichtum, Bio-Photonen, Frequenzen, Felder und anderes im Mainstream Verschrieenes. Budwigs und Popps Forschungsergebnisse weisen eindeutig nach, dass frische, sonnenverwöhnte, unbehandelte und chemisch gänzlich unanalysierte Lebensmittel die wertvollsten sind. Gesunde Früchte und Beeren bekommt man gerade jetzt, Ende August, zuhauf auf Wochenmärkten, kann sie in Knicks sammeln oder im Garten ernten.

Aronia, auch Apfelbeere, ist DAS heimische Superfood - frag in den neuen Bundesländern nach

Aronia, auch Apfelbeere, ist DAS heimische Superfood – frag in den neuen Bundesländern nach

Anthocyane in Lebensmitteln

Aronia200–1000
Brombeeren 115
Heidelbeeren83–420
Himbeeren10–60
Rote Weintrauben 30–750
Rotwein 24–35
Schwarze Johannisbeeren 130–400
Süßkirschen2–450

Mit etwas Glück ergattert man jetzt sogar frische Aronia-Beeren (Links unten). Nicht umsonst heißen sie im Englischen chokeberry. Was so viel heißt wie: diese Beeren schnüren dir die Kehle zu. Man muss schon sehr gesundheitsbewusst sein, um den adstringierenden, überaus herben Geschmack der Apfelbeere zu lieben. Ursprünglich aus Nordamerika stammend, genoß und genießt Aronia bei unseren östlichen Nachbarn einen hervorragenden Ruf. Sie gilt zu Recht als prima Vitamin-C-Quelle. Dank ihres Pektin-Gehalts unterstützt sie zudem die Verdauung. Und hier , zum Schluss, zwei Anthocyan-Eigenkreationen: ein veganes Aronia-Brombeer-Kokos-Eis sowie ein Beeren-Brennessel-Smoothie. Vergiss einfach die Bioverfügbarkeit und den ganzen wissenschaftlichen Schmock…

Yummie: veganes Brombeer-Aronia-Kokos-Eis

Yummie: veganes Brombeer-Aronia-Kokos-Eis

Frische, Baby!

Man nehme für veganes Aronia-Brombeer-Kokos-Eis:

  • 100 g Kokoscreme
  • 200 g frische Brombeeren
  • 50 g frische Aronia Beeren (falls vorhanden)
  • eine Handvoll Datteln
  • 1 Prise Salz
  • veganes Süssungsmittel zum Abschmecken (Eis muss ziemlich stark gesüsst sein)
  • 2-4 Eiswürfel

und püriere das Ganze kräftig. Wer keine Kern-Rückstände mag, passiere die Masse durch ein Sieb. Das Ganze in einen Eis-Behälter füllen und ein paar Stunden, unterbrochen durch gelegentliches Umrühren, tief frieren. Dies im Fall einer nicht vorhandenen Eismaschine. Am besten schmeckt das Eis halbgeforen – vor dem Servieren antauen lassen und wieder cremig rühren. Ergibt vier kleine Portionen.

Gib in jeden Smoothie einen Löffel Leinsamen - damit du in kauen kannst

Gib in jeden Smoothie einen Löffel Leinsamen – damit du in kauen kannst

Für einen Brombeer-Brennessel-Smoothie brauchst du:

  • eine Hand voll gecrushtes Eis
  • ein 2 cm langes, daumendickes Stück Ingwer
  • zwei Hände voll frischer Brombeeren
  • ein paar Aronia-Beeren (vorsichtig dosieren)
  • eine Hand voll frischer Brennesseln
  • mindestens 5 Datteln
  • 150 ml Wasser

Alles im Turbo-Modus zerkleinern. Denn Smoothie mit zwei Esslöffeln Leinsamen verquirlen und Schluck für Schluck kauen. Durch das Kauen signalisierst du dem Mikrobiom in deinem Darm, das es gleich was zu verdauen gibt und steigerst – behaupte ich jetzt mal – die Bioverfügbarkeit der aufgenommen Pflanzenwirkstoffe um mindestens x %.

* Dr. Bernhard Watzl, Dr. Karlis Briviba und Prof. Dr. Gerhard Rechkemmer, Institut für Ernährungsphysiologie Bundesforschungsanstalt für Ernährung in Karlsruhe

Und hier die Links:

Hier der Link zur Brandenburgischen Arztpraxis mit ihrem Verweis auf die Parkinson-Studie – und hier der Pfad zur Originalstudie

Fallste nachlesen willst: Udo Pollmer poltert im Deutschlandradio gegen den Wert bunter Kartoffeln

Du zweifelst gern? Immer noch? Dann lies dies

Oder dies

Bei der Recherche darauf gestossen – Aronia Bier aus der Slovakei

Im Blog Nami Nami gibt’s köstlich anmutende (englisch sprachige) Rezepte

In den USA verherrlicht man die Aronia-Beere hier. In Deutschland tut man es hier und in Österreich hier

500 Gramm frische Aronia kosten bei Ebay (ohne Versand) 10 Euro. In Niedersachsen gibt es eine Plantage, wo man sie selbst pflücken kann. Brandenburger werden hier fündig

Last but not least: Link zum Film »The Quantum Activist«

Veröffentlicht am 24.08.2015

2 Gedanken zu „Bioverfügbarkeit hin oder her

  1. Andree

    Bioverfügbarkeit hin oder her.. Die Aronia ist super! Tatsächlich nicht vom Geschmack, aber von seinen Inhaltsstoffen. Sehr gut für’s Immunsystem und für viele andere Sachen, wie z.B. Anti-Aging, Zahnfleischbluten oder Gelenkschmerzen. Am Effektivsten ist die Aufnahme in Saftform gelangen die, so gelangen die wuchtigen Nährstoffe am Schnellsten in Blut und Zellen. LG Andree ;-)

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