Bücher zum Verschenken

Übers maischen, stifteln, strippeln und geistig gesund bleiben: diese Bücher sind Geschenke (auch nach #xmas2015)

Bier leben – die neue Braukultur

Dass Bier mehr als Bölkstoff ist, beweist die deutsche Craft-Bier-Szene jedes Jahr. Schon springen große Brauereien auf und vereinnahmen den Begriff »Craft«, deshalb spricht Oliver Wesseloh lieber von »Kreativ«-Bier. Er muss es wissen, der Hamburger hat in Berlin den Abschluss zum Diplom-Ingenieur des Brauereiwesens gemacht – plus ernüchternde Erfahrungen in der Getränkeindustrie. Nach Jahren in der Karibik, Südamerika und den USA eröffnete er kürzlich die eigene Kehrwieder-Kreativbrauerei. 2013 wurde er Weltmeister der Bier-Sommeliers, mit »Bier brauen« (Rowohlt Verlag) legt er 2015 ein Buch vor, welches den Einstieg in die Biervielfalt erleichtert. Wesseloh rüttelt am Reinheitsgebot, verneigt sich vor den Urvätern und -müttern der Szene und skizziert in angemessener Kürze Historie, Botanik und Chemie. Das Buch ist handfest, spritzig, verspielt – und enthält alles, was man als Heimbrauer in spe wissen muss. Die Unterschiede zwischen »obergärig« und »untergärig«, »Maischen« und »Läutern« entgleiten dem Laien ja relativ schnell – da ist es hilfreich, ein kleines Nachschlagewerk im Hause zu haben. Wem das alles zu theoretisch ist, bestellt wahlweise ein Single-Hop-Bier im Wesseloh’schen Online-Shop oder bucht einen seiner Braukurse. Fazit: xmas-Geschenkempfehlung – für Bierliebhaber und Bierliebhaberinnen.

Du bist über 50? Lies dieses Buch!

Du bist über 50? Lies dieses Buch!

Alzheimer ist heilbar

»Alzheimer ist ein sehr persönlicher Mahnruf, den uns die Natur sendet, uns unserer Verantwortung zu stellen», schreibt Dr. med. Michael Nehls. »Schließlich erleben wir die Folgen unserer Handlungen am eigenen Körper, anders als bei vielen anderen menschgemachten Katastrophen, die sich of in weiter Ferne abspielen.» Der habilitierte Molekulargenetiker listet in seinem neuen Buch »Alzheimer ist heilbar« eine Reihe von Aspekten auf, die in einem ursächlichen Zusammenhang mit der Entwicklung von Alzheimer stehen: Stress, ein sinnentleertes Dasein, Schlafstörungen, eine an Vitalstoffen arme und an Transfettsäuren reiche Ernährung, Mangel an Sonnenlicht und Bewegung – um nur einige Puzzlesteine zu nennen, die zur allmählichen Hirndegeneration beitragen. Um Alzheimer vorzubeugen oder im Frühstadium rückgängig zu machen, genügt es nicht, nur eine destruktive Gewohnheit zu ändern. Sondern es braucht ein auf dem richtigen Verständnis aufbauendes Gesamtkonzept oder – sollten erste Symptome aufgetreten sein – die Hilfe eines auf Heilung spezialisierten Arztes. Nehls Ansatz steht in krassem Widerspruch zur Propaganda der Pharmaindustrie, derzufolge Alzheimer-Ursachen zwar unbekannt, Anti-Alzheimer-Medikamente aber in greifbarer Nähe seien. Wer’s glaubt… Fazit: xmas-Geschenkempfehlung – für Babyboomer und Angehörige von Patienten, bei denen die Krankheit im Frühstadium diagnostiziert wurde.

So wird Grünkohl zum gesunden Hochgenuss

So wird Grünkohl zum gesunden Hochgenuss

Grünkohl – der Vitalstoff-Champion

Clea ist eine französische Foodbloggerin. Allen Modethemen gegenüber aufgeschlossen, ist sie erfrischend unprätentiös. In »Grünkohl – der Vitalstoff Champion« gewinnt die Autorin dem hippen Wintergemüse alle nur denkbaren Genuß-Seiten ab – das geht von der Lasagne bis zum Schoko-Minze-Grünkohl-Eis. Eingeleitet wird das Buch von einem knappen Infoteil, der keine Silbe zu viel über den seit Jahren grassierenden »Kale-Hype« in Übersee verliert. Auch ermüdende Tabellen über Anti-Oxidantien und Spurenelemente bleiben den Lesern erspart. Clea zelebriert Grünkohl-Getränke, -Suppen, -Hauptspeisen, -Aufstriche und -Desserts. In der Regel sind diese vegan oder vegetarisch, alle sollen schnell und einfach zuzubereiten sein. Das Ganze ist wunderschön fotografiert, so wird Grünkohl niemals langweilig. Sich ausgerechnet mit diesem Buch der Kalemania anzuschließen, zeugt von der Stilsicherheit des Hans-Nietsch-Verlages. Chapeau! Fazit: xmas-Geschenkempfehlung – für Freunde des Regionalen und Experimentierfreudige.

Doch, es gibt Gemeinsamkeiten - sogar ganz köstliche

Doch, es gibt Gemeinsamkeiten – sogar ganz köstliche

Paläo vegan

Nach dem Motto »Zwei Herzen schlagen, ach, in meiner Brust« ist »paläo vegan« aus dem Riva-Verlag aufgebaut. Dabei ist der Brückenschlag zwischen einer rohkostbetonten Steinzeitkost, in der Fleisch die Haupt-Proteinquelle darstellt, und einer strikt fleischlosen Ernährungsweise, in der Tofu eine Hauptrolle spielt, recht mühsam. Jedes zweite Wort ist deshalb »Trick» und »Kniff«, denn es gilt, die bei den Paläos verpönten Hülsenfrüchte zu rehabilitieren. Jaffe Jones und Röttinger behaupten, dass durch Einweichen und Kochen schädliches Lektin und Phytinsäure entschärft werden, das muss der Steinzeitkoch einfach schlucken. Veganern legen sie wiederum ein gelegentliches Schummeln nahe, zum Beispiel wenn einem eine köstliche Geburtstagssahnetorte angeboten wird. Als Leser pflügt man sich leicht ungehalten durch diesen ernährungstheoretischen Überbau mit seinen Haupt- und Nebenwidersprüchen, bis man schließlich zu den allerdings sehr raffinierten Rezepten gelangt. Da gilt es, viel Unbekanntes zu entdecken, längere Aufenthalte in Asia-Shops sind vorprogrammiert. Fazit: xmas-Geschenkempfehlung – für den Veganer, der schon alles hat und unorthodoxe Paläo-Anhänger.

Und hier die Links:

»Putredines prohibet in amaritudine sua« (Seine Bitterkeit verhindert die Fäulnis) und mehr über  Hopfen bei Wikipedia

Hier geht’s zu den Büchern:

Bier leben von Oliver Wesseloh

Alzheimer ist heilbar von Dr. Michael Nehls

Grünkohl von Clea

Paläo vegan von Ellen Jaffe Jones und Alan Roettinger

Veröffentlicht am 11.12.2015

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