Lycopin: Wie nehmen?

Vor einigen Jahren kam ein Mann in ein Reformhaus und kaufte gefühlte 20 Dosen Tomatenmark. Wir kamen ins Gespräch und ich erfuhr eine Menge Über Lycopin. Der Mann war Chemiker – und hatte Hautkrebs Er erzählte, dass er sich den Krebs geholt habe, als er während seiner Laborantenjahre mit Strahlen arbeiten musste. Indem er aber reichlich Tomatenmark esse, so seine Vermutung, halte er den Krebs in Schach. Tomatenmark hat seither einen Stammplatz in meinem Speiseplan – zur Vorbeugung und gegen die Hautalterung. Es enthält Lycopin, das auch als Nahrungsergänzungsmittel gegen Prostatakrebs verkauft wid. Doch in Pulver oder Kapselform würde ich Lycopin niemals einnehmen.

Eine Studie mit 28 000 Teilnehmern

Lycopin ist ein Farbstoff aus der Familie der Carotinoide. Es ist für die rote Farbe in Tomaten, Paprika, Wassermelonen, Weintrauben und Guaven verantwortlich. Es verfügt über extrem viele Kohlenstoff-Doppelbindungen. Sie schlucken den größten Teil des sichtbaren Lichtspektrums, mit dem Effekt, dass am Ende nurmehr die Farbe Rot übrig bleibt. Lycopin wird nachgesagt, dass es als Licht speichernder Farbstoff in Pflanzen und Mikroorganismen vor den schädigenden Folgen von Sauerstoff und Licht schützt. Im menschlichen Körper finden sich hohe Lycopinkonzentrationen in Blut und Gewebe, aber auch in Nebennieren, Leber, Hoden und Prostata. Gerade bei letzterem kursiert immer noch ein Versprechen, das inzwischen widerlegt ist: Die Einnahme von Lycopin soll der Entwicklung von Prostata-Krebs entgegen wirken. Eine groß angelegte Studie aus den USA, an der 28 000 Männer teilnahmen, konnte das nicht bestätigen. Im Gegenteil: Es gab einen Zusammenhang zwischen einem hohen Spiegel von Beta-Carotin und der Entwicklung eines agressiven Typs von Prostatakrebs. Vor der Einnahme von Lycopin, das als Nahrungsergänzungsmittel meist mit Beta-Carotin kombiniert wird, raten die Wissenschaftler deshalb ab.

1 Glas Tomatensaft pro Tag

Ungeachtet der Ergebnisse der Prostatakrebs-Studie: Tomaten sollen der Hautalterung entgegen wirken und der Haut dabei helfen, Sonnenstrahlen besser zu vertragen. Mein Besucher aus dem Reformhaus, der seinen Hautkrebs mit Tomatenmark bekämpft, rät Nicht-Betroffenen pro Tag zwei Teelöffel Tomatenmark zu essen oder ein Glas Tomatensaft zu trinken — in Kombination mit etwas Öl, denn Carotinoide sind fettlöslich. So kommt man auf die empfohlene Tagesdosis von cirka 8 Milligram. Hundert Gramm Tomatenmark enthalten cirka 30 Milligramm Lycopin. Die gleiche Menge ist etwa in einem guten Kilo roter, reifer Tomaten enthalten.

Krebserkrankten rät er, bis zu 6 Teelöffeln Tomatenmark einzunehmen oder 3 bis 4 Gläser guten Tomatensaft zu trinken. Beides sollte selbstverständlich Bio-oder Reformhaus-Qualität haben.

Und hier die Links:

Die Prostata-Studie aus den USA

Leider englischsprachig: Informationen von der American Cancer Society

 

 

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