Omega 3 Fettsäuren aus Fisch oder Pflanzen?

Müssen wir Fisch essen oder reichen pflanzliche Omega 3 Fettsäuren? Was sagt Michael Pollan, Food Kolumnist der New York Times, dazu?

 

Wer die Überfischung der Meere problematisch findet und keine Lust auf Quecksilber und Co. hat, braucht keine Fischöl-Kapseln schlucken, um sich mit Omega 3 Fettsäuren zu versorgen. Der Food-Journalist Michael Pollan behauptet: Es gibt eine wohlschmeckende Alternative. Und das sind die grünen Blätter von Pflanzen. Sie sind arm an Kalorien und reich an Ballaststoffen, sättigen und kosten nicht viel.  Salat, Spinat, Kohl, Kräuter sowie die Blätter von Kohlabi oder roter Beete liefern uns einen Gutteil dieser wichtigen essentiellen Fettsäure – und das ganz ohne Nebenwirkungen.

Was ist eine Omega 3 Fettsäure?

Zuchtlachs: Für die Versorgung mit Omega 3 Fettsäuren keine gute Idee – siehe auch den Blogpost »Esst weniger Lachs«

Omega 3 Fettsäuren sind kein natürlicher Bestandteil von Fischen. Fische müssen sie mit ihrer Nahrung – in erster Linie Algen – aufnehmen. Wissenschaftler finden eine Vorstufe der Omega 3 Fettsäure, die Alpha-Linolensäure (ALA), in allen photosynthetisch aktiven Geweben – also in Blättern von Pflanzen. Sie sitzt auf den Chloroplasten, den Zellorganellen, die für die Photosynthese zuständig sind. Diese helfen der Pflanze, das Sonnenlicht zu sammeln. ALA wird benötigt, um die Omega 3 Fettsäuren DHA und EPA zu bilden. Wie wir Menschen wandeln die Fische die Vorstufe ALA aus den Algen in DHA und EPA um – die Fische nehmen uns quasi die Arbeit ab.

Wozu brauchen wir Omega 3 Fettsäuren?

Alles, was Blätter hat, enthält Omega 3, behauptet Foodie Michael Pollan

Alles, was Blätter hat, enthält Omega 3, behauptet Foodie Michael Pollan

Im menschlichen Körper werden Omega 3 Fettsäuren in die Zellmembranen eingebaut. Die höchste Konzentration finden sich in den Geweben von Gehirn und Augen. Nach neuesten Erkenntnissen leisten sie einen wichtigen Beitrag für das scharfe Sehen – entsprechend ihrer Rolle bei der pflanzlichen Photosynthese. Laut Ulrike Gonder, Autorin der lesenswerten Bücher „Fett!“ und „Mehr Fett!“, äußert sich ein Mangel an Alpha-Linolensäure unter anderem in Muskelschwäche, Konzentrationsstörungen, trockener Haut und einem verringerten Energieumsatz. Vermarktet wird Omega 3 zurzeit als Cholesterinsenker und natürlich Schutz für Herz und Gefäße.

Warum wir mit Omega 3 angereicherte Lebensmittel meiden sollten

Die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Omega 3 Fettsäuren haben zu einem wahren Omega 3 Hype geführt. Margarine, Fischstäbchen und andere Industrieprodukte locken mit dem vermeintlich „gesunden“ Zusatz. Er wird zur Hauptsache aus kalorienreichen Samenölen gewonnen. Eine langfristige Einnahmen von DHA und EPA in großen Mengen ist aber nicht frei von Nebenwirkungen. Zu ihnen zählen: erhöhte Blutungsneigung, Beeinträchtigung der Immunabwehr bei älteren Menschen, erhöhtes Risiko bei Herzinfarktpatienten, erneut einen Infarkt zu erleiden und einiges mehr –  siehe hierzu die Forderung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) aus dem Jahr 2009. Meine persönliche Meinung: Fischölkapseln weglassen, aber trotzdem für eine gute Versorgung mit Omega 3 Fettsäuren sorgen. Baue regelmäßig eine Portion Budwig-Creme in deinen Speiseplan ein (zwei bis drei mal die Woche). Das ist ein Mix aus Magerquark und hochwertigem Leinöl. Wenn du obendrein regelmäßig grüne Blätter (Salat, Spinat, Wirsing etc)  verzehrst – bist du mit Omega 3 Fettsäuren gut versorgt.

Und hier die Links:

Warum man weniger Lachs essen sollte, liest du in diesem Blogpost

Michael Pollan @ New York Times

Wiki Omega 3 Fettsäuren und  Chloroplast

Die von mir veehrte Dr. oec. troph. Ulrike Gonder findest du hier

Bundesinstitut für Risikobewertung – Stellungnahme zu Omega 3 Fettsäuren

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