Vegan und Wadenkrampf

Seit Wochen Ohrgeräusche. Dann ein nächtlicher Wadenkrampf. Typisch vegan? Hatte ich zu wenig Salat gegessen?

Mit Grünzeug passiert das nicht?

Die gute Nachricht zuerst: Dank ein paar Eisentabletten, Floradix und Rotbäckchen für Schwangere (letzteres unzutreffend) bin ich mein Ohrgeräusch in Rekordzeit wieder losgeworden. Angst vor Wadenkrämpfen habe ich auch nicht mehr. Alles gut also. Aber es ging mir ein wenig wie Jann Glasmacher, der auf gesundheitsfundament.de bloggt (Link unten). Ich musste ein bisschen Detektiv spielen, bis ich auf die Ursache gestossen bin und Abhilfe schaffen konnte.

Eisenmangel, welcher Eisenmangel?

Landauf, landab predigt man uns Freunden der veganen Küche, dass man ausreichend Eisen – in dreiwertiger Form – mit reiner Pflanzenkost aufnimmt. Ist das so? Auch auf lange Sicht? Ich esse seit Jahrzehnten so gut wie nie Fleisch. Aber auch nicht jeden Tag Spinat, Kürbiskerne, Petersilie, Linsen, Algen oder Brokkoli – wie sie Alicia Silverstone in ihrem wunderbaren Buch „Meine Rezepte für eine bessere Welt“ als Quellen auflistet. Dreiwertiges Eisen aus Pflanzen wird jedoch vom Körper schlechter aufgenommen als das zweiwertige, sagen die Mediziner. Also hau rein, das Steak?

Zum Glück kann man substituieren

Eisen_für_Veganer_wichtig

Ich bin keine Freundin von Nahrungsergänzungsmitteln. Aber ewig müde mit Ohrgeräusch und Wadenkrampfneigung (Warnzeichen für Eisenmangel siehe unten) will ich auch nicht rumlaufen. Gut zu wissen: Im Reformhaus gibt es jede Menge guter Mittelchen, mit denen man seine Eisenspeicher wieder aufladen kann. Sollten sich also bei euch folgende Symptome einstellen – und die Ursache ist wirklich Eisenmangel – dann lasst euch im Reformhaus beraten. Bei mir war der Spuk nach zwei Fläschchen Kräuterblut vorbei.

Eisenmangel – das sind die Symptome

  • Kopfschmerzen
  • Ohrgeräusch
  • Sehprobleme
  • Atemnot
  • Benommenheit
  • Herzrasen, Herzschwäche
  • Brustschmerzen
  • Ausbleiben der Menstruation
  • Pica-Syndrom = u.a. Neigung zu Wadenkrämpfen

Und hier ein paar nützliche Links:

Fundsache Februar 2015: Der Vegetarierbund (VEBU) hat alles Wissenswerte zum Thema Eisenmangel zusammengetragen – und zwar hier

Gesundheitswerkstatt ist die beste medizinische Seite, die ich zur Entstehung und Bewältigung von Ohrgeräuschen gefunden habe

Gesundheitsfundament von Jann Glasmacher ist ein sehr bewegender Blog. Er schildert den mühsamen Weg eines chronisch Erkrankten gesund zu werden. Hier Glasmachers Beitrag zum Ferritinmangel

Floradix von Salus, auch Kräuterblut genannt, ist eine erprobte Medizin aus dem Reformhaus. Gibt’s auch in Drageeform

Ziemlich praktisch finde ich die Eisen-Kautabletten von Hübner. Achtung: Nicht zusammen mit Kaffee, grünem Tee oder Milchprodukten einnehmen!

Veröffentlicht am 22.09.2014

4 Gedanken zu „Vegan und Wadenkrampf

  1. Clara

    Ach, schau – das wusste ich ja gar nicht. Bei Wadenkrämpfen denke ich immer sofort an Magnesium-mangel. Aber ich bin seit Teenager Zeiten ein anämischer Kandidat – gut zu wissen dass auch grüner Tee die Aufnahme von Eisen hemmt (mist!) :) wünsche weiterhin eine wadenkrampf-befreite Zeit

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    1. kirstinruge Beitragsautor

      Liebe Clara, danke für die guten Wünsche! Wenn du Veganerin bist, muss natürlich auch an Vitamin B 12 gedacht werden. Wenn es da einen Mangel gibt, ist das irreversibel! Mittlerweile gibt es Vitamin B 12-Zahnpasta. Bierhefe ist ebenfalls eine Quelle. Aber ab und zu sollte man sich ein Präparat verschreiben lassen, vorsichtshalber.

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    1. kirstinruge Beitragsautor

      Hallo Klaus, das ging verblüffend schnell. Maximal vierzehn Tage habe ich substituiert, dann war alles weg. Und ist auch nicht wieder aufgetreten. Ab und zu werfe ich mal eine Eisenbrausetablette ein, gelegentlich Magnesium. Dass es sich um eisenmangelbedingte Geräusche handelt, habe ich daran erkannt, dass sie pulssynchron waren.

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