Veganes Eis selber machen?

Dieser Tage starte ich einen veganen Selbstversuch. Hmmm. Keine Sahne? Ich beschließe, veganes Eis selber zu machen

veganes_Erdbeereis_Biovegan

Als Reformhaus-Aficionado kenne ich natürlich das gesamte Spektrum von Ersatz-Produkten in und auswendig. Aber soll ich ehrlich sein? So richtige Meisterschaft habe ich mit »Ei-Ersatz« von 3Pauly und »Dotterfrei« von Natura noch nicht erwerben können. Letzteres kommt für mein veganes Experiment ohnehin nicht in Frage, denn es enthält getrocknetes Hühnereiweiß. Laut der meisten veganen Vordenker sollen aber vegane Sahnetorten oder Eis kein Problem sein. Na denn! Ich fange mit Eis an. Zur Einfachheit halber nehme ich »1001 Eis« von Biovegan. Auf er Tüte steht »ohne Eismaschine« und »3 Minuten Zubereitung«. Für eine schwerbeschäftigte Journalistin genau richtig…

Die erste Hürde

Ich hätte es mir eigentlich denken können: Zu gefühlten 90 Prozent besteht dieses Eispulver aus Zucker, auch Glukosesirup, der mir von Grund auf unsympathisch ist. Aber immerhin: Man braucht keine Milch, um daraus Eis zu machen. Ich fange an. Und schon das erste Problem:  Der Hersteller fordert ein 1,5 Liter-Schlaggefäß ( Na toll, meins hat nur 1 Liter Fassungsvermögen! ). Für veganes Eis sollen Sojamilch und Sojacreme genommen werden. Hmm? Welche Sojacreme? Die aufschlagbare? Die nicht aufschlagbare? Inzwischen gibt es ja schon einige Varianten. Ich entscheide mich für die aufschlagbare Sojasahne CreSoy von Natumi. Das war die richtige Wahl! Das Ganze soll beim Schlagen nämlich das Vierfache des Ausgangsvolumens erreichen. Gut, dass ich die Anleitung vorher genau gelesen habe: Sojadrink und Sojacreme müssen eiskalt sein, deshalb wird geraten, sie eine halbe Stunde in den Gefrierschrank zu stellen ( wie war das noch mit den »3 Minuten Zubereitungszeit«? ). Aber egal. Ich schlage das kalte Sojagemisch auf. Arbeite in zwei Tranchen, wegen des zu kleinen Schlaggefässes. Was nicht wirklich schlimm ist. Es entsteht tatsächlich ein fein-fluffiger Schaum — in den ich exakt nach Angaben des Herstellers das Eispulver untermixe. Beim Ausschlecken des Schlaggefässes ( herrliches Wort ) schmeckt’s – ganz schön süss! Dann ab ins Tiefkühlfach. Dort soll das Eis sechs bis acht Stunden ruhen.

Nach einer Nacht

Inhaltsstoffe_Biovegan_1001_Eis_Erdbeere

Am nächsten Morgen koste ich das Eis gleich zum Frühstück. Von der Konsistenz her: keine Beanstandung. Das Eis lässt sich gut aus der Form lösen. Es sieht aus wie „richtiges“, gekauftes Eis. Vielleicht eine Spur spröder, aber hey, was soll’s!? Auf der Zunge zerschmilzt es cremig. Am Gaumen gibt’s in puncto original sahniges Eisgefühl nix zu meckern. Doch statt des erhofften Erdbeergeschmacks die Enttäuschung. Das Eis schmeckt zuerst süss. Dann süss. Und wieder süss. Tja, hätte ich mir denken können. Bei den Zutaten! Der Hersteller regt wahrscheinlich nicht umsonst an, dass man das Ganze mit frischem Erdbeer-Püree aufpeppen sollte. Aber ich gebe Biovegan eine zweite Chance: Als nächstes versuche ich die Geschmacksrichtung Schoko. Die will ich mit Haselnussmilch (mag ich eh lieber als Sojamilch) und Rice Whip von Soyatoo aufschlagen. Ob’s klappt? Stay tuned!

PS: Eben in der Mittagspause wieder ein veganes Eisbecherchen gekauft – Soyeah Vanilla von Icecreamfactory Niederlande. Selten so einen sojabohnigen Nachgeschmack gehabt, außerdem ziemlich wässrige Konsistenz. Inhaltsstoffe: Wasser, Glukosesirup, Fruktose-Glukosesirup, Kokosfett, Maltodextrin, Sojabohnenpulver, Bourbon Vanille Extrakt und ein paar Emulgatoren.

Das muss besser werden, Leute!

Und hier die Links:

Ei Ersatz gibt’s im Reformhaus von 3 Pauly.

Eine andere NICHT VEGANE Variante heißt Dotterfrei, Hersteller ist Natura. Dotterfrei enthält getrocknetes Hühnereiweiß.

Aufschlagbare Sojasahne namens Cre Soy gibt’s von Natumi.

Eine relativ geschmacksneutrale Sahne-Alternative ist Rice Whip von Soyatoo. Empfehlenswert auch deren Kokos Schlagcreme – fein zu frischen Erdbeeren….

 

Veröffentlicht am 04.04.2013

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