Weizenkeimöl – what is it good for?

Weizenkeimöl enthält entzündungshemmende Tocotrienole, die als Gesundheitsbooster 4.0 gelten

Obwohl es erwiesenermaßen kein Mittel gegen Unfruchtbarkeit ist, hat Weizenkeimöl gesundheitliche Vorteile

Obwohl es erwiesenermaßen kein Mittel gegen Unfruchtbarkeit ist, hat Weizenkeimöl trotzdem gesundheitliche Vorteile

Vitamin E – Aufstieg und Fall

Lange Zeit galt Vitamin E als das Verjüngunsmittel schlechthin. Aber schon 1973 begann dessen Niedergang. Im Auftrag des amerikanischen Committee on Nutritional Misinformation entlarvte der Biochemie-Professor Lavell M. Henderson das Vitamin als »Snake Oil« – als wirkungsloses Wundermittel. Die mit Alpha-Tocopherol gefüllten Vitamin-E-Kapseln hielten nicht, was die Anbieter versprachen. Wie etwa Unfruchtbarkeit heilen, Potenzstörungen kurieren oder vor Krebs und Herzinfarkten schützen. Zwar reagierten im Tierversuch unfruchtbare Ratten positiv auf die Nahrungsergänzung. Doch bei unfruchtbaren Frauen oder sterilen Männern zeigte sich dagegen keinerlei Effekt. Und schon gar nicht beugten die Kapseln Krebs oder Herzinfarkten vor.

Lebenserwartung verürzt?

Im neuen Jahrtausend kam es sogar noch schlimmer. So ergab eine 2005 an der John-Hopkins-Universität durchgeführte Meta-Studie mit rund 135 000 Teilnehmern, dass hoch dosiertes Vitamin die Gesamtsterblichkeit zu erhöhen scheint. Als hoch gilt eine Dosis ab 400 internationalen Einheiten (IE) täglich. Andererseits scheint eine gering dosierte tägliche Aufnahme von Vitamin E die Sterblichkeit wiederum zu senken. WTF? Laut Richard Passwater könnte das synthetisch hergestellte Alpha-Tocopherol Schuld an der schädlichen Vitamin- E-Wirkung sein. Im WholesFoodMagazine schreibt der Chemiker, dass bei dessen Herstellung neben einer bio-identischen Form noch sieben weitere Stereo-Isomere entstünden, die in dieser Form nicht in der Natur vorkommen. Also ist es gut möglich, dass sich nur künstliches Vitamin-E negativ auf unsere Lebenserwartung auswirkt.

Fan von Tocotrienolen

Wie dem auch sei: Passwater steht eh nicht auf Tocopherole. Er schwärmt vielmehr von Tocotrienolen. Dazu muss vorab gesagt werden, dass es sich bei Vitamin E um eine ganze Gruppe von Stoffen handelt. Diese setzt sich aus vier Tocopherolen und vier Tocotrienolen zusammen. Sie alle sollen für unsere Gesundheit von Nutzen sein – vorausgesetzt sie stammen aus einer natürlichen Quelle und sind nicht zu hoch dosiert. Doch mehr und mehr rücken inzwischen die Tocotrienole ins Zentrum menschlichen Interesses. In seinem entsetzlich zu lesenden Buch »Bionische Regeneration« schreibt Dr. rer. nat. Ulrich Warnke beispielsweise, dass die Aktivität von Tocotrienolen 40- bis 200 mal höher als die von Tocopherolen sei. Und weiter: »Daneben senken sie zu hohe Cholesterinspiegel, wirken antithrombotisch und antimutagen.» Heißt: Tocortienole können von Mutagenen ausgelöste Zellmutationen verhindern.  Darüber hinaus erwiesen sich die Substanzen im Laborversuchen als Krebszell-Killer. Und auch in Tierversuchen bekämpfte das Delta-Isomer verschiedene Krebsarten.

Bevorzugt: Weizenkeimöl aus Deutschland

Wie könnte es anders sein, werden die Substanzen bereits als das neue, stärkere Vitamin E angepriesen. Sie werden zum bequemen Einwerfen in Kapselform verkauft. Mit dem höchsten natürlich vorkommenden Anteil an Delta-Tocotrienolen ist aber auch rotes Palmöl im Rennen. Da sich Tocotrienole angeblich nicht künstlich herstellen lassen, schließt das potentiell gefährliche, synthetische Darreichungsformen von vornherein aus. Die Hersteller der Kapseln gewinnen die Substanz jedoch meistens aus importierten Anattosamen, Palmfrüchten oder Reis. Für interessierte, möglichst regional konsumierende Menschen ist das weniger attraktiv. Sie rufen sich lieber das gute alte Weizenkeimöl in Erinnerung.  Schließlich sichert auch der Reformhaus-Klassiker eine vollumfängliche Versorgung mit Vitamin E natürlicher Herkunft. Wichtig: unbedingt kalt genießen!

Und hier die Links:

Wikipedia über Tocotrienole

Wundermittel entlarvt – Artikel aus der ZEIT vom September 1973

Mit Alpha-Tocopherol (E 307) und Tocopherol (E 306) werden ACE-Lebensmittel vitaminisiert

Fundstück in Sachen Vitaminforschung, einen guten Überblick gibt’s auch bei der Assmann-Stiftung

Du wurdest gewarnt: Dr. rer. nat. Ulrich Warnke, »Bionische Regeneration – das Altern aufhalten mit den geheimen Strategien der Natur«, 03.04.2017, Arkana Verlag

 

Veröffentlicht am 23.04.2017

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