Zitrusfrüchte gegen Krebs

Wer der Entstehung von Krebs vorbeugen will, kann eine unerwünschte Eigenschaft von Grapefruits für sich nutzen

Ein Gegenspieler

Grapefruits enthalten Stoffe, die Leber und Darm an der Arbeit hindern. In der Leber hemmen sie ein Enzym, das für den Abbau körperfremder Substanzen zuständig ist – wie etwa Koffein oder Medikamente zur Senkung des Blutdrucks. Im Darm verringern sie das Einschleusen von Arzneistoffen, indem sie die Anbindung an ein Transport-Eiweiß erschweren. Das betrifft Antibiotika, Antiallergika und manche Immunsuppressiva. Wer also Medikamente einnehmen muss, sollte sich vor ihrer Einnahme unbedingt darüber informieren, ob Grapefruits deren Wirkung sabotieren. Oft schafft der Beipackzettel keine Klarheit und Wikipedia leistet bessere Dienste (Link unten).

Boost your Smoothie

Was einerseits zu gefährlichen Komplikationen führen kann, ist andererseits eine gute Idee, um Krebs vorzubeugen. Das in allen Zitrusfrüchten enthaltene Desoxybergamottin, welches das für den Abbau von Medikamenten verantwortliche Leberenzym (Cytochrom P450 3A4) behindert, verlangsamt auch den Abbau krebsvorbeugender Substanzen aus Brokkoli, Knoblauch, Zwiebeln, Kurkuma, Soja, Beeren, Tomaten, Grüntee oder Kakao. »Die Hemmung dieses Systems durch die sekundären Pflanzenstoffe der Zitrusfrüchte hat unmittelbar zur Folge, dass der Abbau eingeschränkt wird und sich der Spiegel 〈krebshemmender〉Moleküle im Blut erheblich erhöht, was zugleich auch ihre Wirksamkeit potenziert.«, schreiben Prof. Richard Béliveau und Denis Gingras in ihrem empfehlenswerten Buch »Krebszellen mögen keine Himbeeren«. Grapefruits, in denen Desoxybergamottin in höchster Konzentration vorkommt, können also bestens im Sinne eines »Boosters« eingesetzt werden.

Und sowieso

Es ist erwiesen, dass ein hoher Obst- und Gemüseverzehr das Leben verlängert. Empfohlen werden sieben oder mehr Portionen pro Tag. Mit Hilfe von Smoothies lässt sich dieses Quantum relativ leicht (wenn auch ballastoffarm) erreichen. Im »Journal of Epidemiology and Community Health« haben britische Forscher 2014 den Zusammenhang zwischen Ernährung und Sterberisiko beschrieben. Ihre Daten beruhen auf den  Ernährungsgewohnheiten von über 65.000 Briten und wurden in einem Zeitraum von acht Jahren erhoben. Während dieses Zeitraums starben 4.000 Menschen und die Wissenschaftler verglichen die Todesursachen mit dem jeweiligen Ernährungsstil. Ergebnis: Bei sieben oder mehr Portionen Früchten oder Gemüse am Tag sank das Risiko an Krebs zu sterben um 25 Prozent, bei Herzerkrankungen waren es sogar 30 Prozent.

Und hier die Links:

Wie gefährlich das Unwissen über Medikamente und Grapefruits sein kann, zeigt dieses Interview

Initiation, Promotion, Progression: Zitrusfrüchte können in allen
drei Phasen der Krebsentstehung gute Dienste tun

Grapefruits und Brustkrebs auf einen Blick – erfrischend erklärt im Schweizer Brustforum

Nicht fünf, sondern sieben Portionen Obst und Gemüse sollte man essen

Die Grapefruit bei Wikipedia

Veröffentlicht am 30.12.2014

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